Aktuelle Position der Bürgerinitiative | Stand vom 18. Februar 2013


  1. Die BI macht darauf aufmerksam, dass der Flächennutzungsplan von 2003 in Darstellung und Text einen wesentlichen Sachverhalt den Entscheidungsträgern nicht mitgeteilt hat: Die gesamte Grundstücksfläche und damit insbesondere die Fläche vor dem Gebäude gehört zum Denkmal, sie ist dreifach durch den Denkmalschutz, die Gestaltungssatzung und die Erhaltungssatzung geschützt.
  2. Die BI kann die (weitgehend zustimmende)Auffassung des TLDA zum Bebauungsplanentwurf nicht nachvollziehen. Die neuen Erkenntnisse und Bewertungen u. a. nach Vorlage zweier beauftragter Gutachten werden offensichtlich vom TLDA nicht berücksichtigt. Frau Prof. Schmidt betont die nationale Bedeutung und Herr Prof. Reinisch schließt eine Bebauung auf dem Wirkungsraum in der Flucht des Gebäudes Richtung Westen aus. Trotzdem will das TLDA die Stellungnahme vom 10.02.2010 nicht korrigieren. (Völlig unerheblich ist es dabei, dass vom TMWBK ein Antrag auf Ergänzung des Weltkulturerbes nicht befürwortet wird.)
  3. Die BI ist der Auffassung, dass die in Verantwortung der Stadt Weimar zu vollziehende Abwägung die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht angemessen berücksichtigt und stattdessen mit der „Wohnungsnot“ in Weimar argumentiert wird. Ausgerechnet auf einem denkmalgeschützten Areal dieses Problem lösen zu wollen, hält die BI für im Grundsatz falsch.
  4. Die BI hält den zuletzt vorgelegten Bebauungsplanentwurf für denkmalschädlich. Auch eine um weitere Gebäude reduzierte Bebauung (noch nicht öffentlich vorgestellt) wird die BI kritisch sehen, solange der Wirkungsraum eingeschränkt wird.
  5. Die BI ist sehr glücklich darüber, dass die jetzt in Gang gekommene öffentliche Nutzung des Gebäudes der Bedeutung des Denkmals entspricht. Sie sollte unbedingt befördert werden.
  6. Die BI bittet die Stadt Weimar, die Entwicklung des Kulturdenkmals Schießhaus mit Freifläche als Einheit zu beachten. Mit der erfolgten Teilung und der vorgesehenen Bebauung der Freifläche wird nicht nur der ursprüngliche Zusammenhang und die Gesamtwirkung zerstört, die Erhaltung des Schießhausgebäudes wäre auf Dauer nicht gesichert, da die für die Erhaltung des Denkmals adäquate Nutzung als Veranstaltungsort auf Dauer mit einer Wohngebietsnutzung der Freifläche im Widerspruch steht. Mit der vorgesehenen Wohnbebauung ist der Fortbestand des Schießhausgebäudes gefährdet.
  7. Die BI schlägt vor, bis zu der in Vorbereitung befindlichen wissenschaftlichen Tagung (12. / 13. Juli 2013) ein Moratorium für das Bebauungsplanverfahren zu beschließen.
  8. Die BI hält es für erforderlich, dass der denkmalschädliche Bebauungsplan zurückgezogen wird, damit eine denkmalgerechte städtebauliche Lösung dem nationalen Rang entsprechend entwickelt werden kann.
  9. Die BI hält den denkmalverträglichen Kompromiss-Vorschlag aufrecht, der die Bebauung nur an der Straße Am Schießhaus, die denkmalgerechte schrittweise Wiederherstellung der historischen Allee, die Wiederaufforstung des Hölzchens bis zur historischen Allee und die öffentliche Nutzung des insgesamt parkartigen Landschaftsraumes vorsieht.
  10. Die BI hat bereits fachlich fundierte und konstruktive Vorschläge für ein solches denkmalpflegerisch-städtebauliches Konzept auf der Grundlage eigener wissenschaftlicher Recherchen gemacht. (vgl. Homepage der BI) Sie ist gern bereit, an einer Nutzungskonzeption für das derzeit der LEG gehörende Gelände mitzuarbeiten.


Die wissenschaftliche Kommission der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Forderung der BI nach einem Moratorium. Brief DSD ansehen / herunterladen

Professoren von vier deutschen Universitäten bitten den OB Wolff, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Konferenz, die sie vorbereiten, abzuwarten, fordern also wie die BI ein Moratorium. Brief ansehen / herunterladen

Die Bürgerinitiative „Rettet das Schießhausgelände jetzt“ informiert über die Aussagen der OB- Kandidaten und des amtierenden Oberbürgermeister Herrn Stefan Wolf zum Kulturdenkmal Schießhausgelände



Herr M. Finkbeiner

Herr Finkbeiner ist gegen eine Bebauung des Areals wie der veröffentlichte Bebauungsplan es vorsieht und würde einen Antrag auf Welterbewürdigkeit, die ergänzende Aufnahme in das UNESCO-Welterbe Klassisches Weimar, unterstützen.
Unsere Fragen - seine Antworten; der vollständige Wortlaut der Mail von M.Finkbeiner

Herr M. Kranz

Herr Kranz ist gegen den Bebauungsplan.

Herr C. Meyer

Der Vertreter von Bündnis 90 Die Grünen hält den vorgelegten Bebauungsplan für nicht optimal, er kann sich eine Minimierung der Bebauung vorstellen. Er wird aber nicht Politik gegen die bestehende Auffassung der Weimarer Stadtratfraktion seiner Partei betreiben. Diese Fraktion hat dem Bebauungsplanentwurf zugestimmt. Anmerkung der BI: Für Herrn Meyer ist das Kulturdenkmal Schießhausgelände und die Fällung von 80 Bäumen bei fehlender Stadtsratsmehrheit irrelevant.

Herr S. Wolf

Der amtierende OB sieht keine Veranlassung, gegen den offengelegten Bebauungsplan vorzugehen. Herr Wolf, der als oberster Chef der Unteren Denkmalschutzbehörde über das Schicksal des Denkmals zu entscheiden hat, beruft sich auf die Stellungnahme des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie. Außerdem verweist er auf ein noch ausstehendes Gutachten. In einer öffentlichen Kanditatenrunde ließ Herr Wolf durchblicken, dass er nicht bereit ist, die Ergebnisse der Gutachten zu berücksichtigen, weil bisherige Stellungnahmen im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens die vorgesehene Bebauung unterstützen.

Fazit der BI zu der Kandidatenrunde

Wer das Kulturdenkmal Schießhausgelände retten und die Grünzüge und die Parks von Weimar nicht weiter zerstören will, kann seine Stimme in der Oberbürgermeisterwahl am 22. April 2012 nicht Herrn Stefan Wolf geben.

Pressemitteilung vom 16.04.2012 hier ansehen/herunterladen


Reaktion auf Argumentationen von Stadt (Film Salve TV und Radio Lotte Interview), Landeskonservator (Film und Presse) und LEG (Film Salve TV)



Nach wie vor kommt es zu keinem Dialog zwischen der Bürgerinitiative und den Befürwortern der Bebauung. Stadt, Landeskonservator und LEG haben im September bei mehreren Gelegenheiten ihre Argumente für eine Bebauung vorgetragen, auf die die Bürgerinitiative kurz eingehen möchte.

  1. Der Bürgerinitiative wird unterstellt, dass sie gegen jegliche Bebauung und damit nicht kompromissbereit sei. In Bezug auf die Bewertung des Denkmals folgt die BI der Denkmalaus-weisung des Landesamtes. Weiterführende historische Untersuchungen von Mitgliedern der Bürgerinitiative stützen die Bedeutung des Denkmals. Durch die geplante Bebauung wird der ausgewiesene Denkmalstatus wesentlich verletzt. Als Kompromiss würde die Bürgerinitiative einer Bebauung an der Straße „Am Schießhaus“ zustimmen.
  2. Es wird argumentiert, dass im Vergleich zum Vorentwurf vom Februar 2010 im ausgelegten Bebauungsplan wesentliche Verbesserungen im Sinne des Denkmals erreicht wurden. In Bezug auf die Bedeutung der Freifläche als Wirkungsraum sind die Veränderungen marginal. Substantiell hat sich damit nichts an der beabsichtigten Zerstörung der Freifläche verändert.
  3. Die Freifläche ist tatsächlich nicht als Gartendenkmal ausgewiesen. Gleichwohl handelte es sich bei der Freifläche des Schießhauses ursprünglich um einen bewusst gestalteten Garten- und Freiraum als untrennbaren Bestandteil der Gesamtanlage. Dies ist auch durch die Denkmalausweisung anerkannt. Wesentliche Merkmale der ursprünglichen Gestaltung sind erhalten, so dass eine Rekonstruktion möglich ist. Diese Rekonstruktion kann langfristig über Zwischenschritte erfolgen.
  4. In Vorträgen und Veröffentlichungen von Mitgliedern der Bürgerinitiative wurden interessante Aspekte dargelegt, die die Einmaligkeit des Ensembles und ihre Bedeutung im Ensemble der Zeugnisse des klassischen Weimar betonen. Die Versuche, diese durch Fakten nachzuweisende Argumentation der Bürgerinitiative durch nicht belegbare Fachmeinungen zu widerlegen, sind unseriös. In diesem Zusammenhang weist die Bürgerinitiative darauf hin, dass die oben angesprochenen Partner bisher einer sachlichen Diskussion ausgewichen sind.

Unsere aktuelle Position als PDF-Datei herunterladen

Unsere Anmerkungen zum LEG-Film ansehen/herunterladen

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Zuletzt geändert: 2013/03/13 14:31