Meinung von Herrn Herbert Schachtschabel

Schreiben vom 26. Januar 2011 an die Bürgerinitiative

„Rettet das Schießhausgelände jetzt“

Guten Tag!

Mein Name ist Herbert Schachtschabel, ich bin der Maschinenschlossermeister aus der Ernst-Thälmann-Straße.
Wir Schachtschabels waren schon in dieser Straße, als sie noch Bahnhofstraße hieß. Da hatte mein Ur-Urgroßvater, Johann Schachtschabel, seine Schmiede. Wir sind seit Generationen sehr verbunden mit der Stadt Weimar und auch ich verfolge das Zeitgeschehen.
Im Zusammenhang mit der Sanierung der Ernst-Thälmann-Straße habe ich vor einem Jahr und zwei Monaten um ein persönliches Gespräch mit der Stadt gebeten. Als Grundstückseigentümer, Gewerbetreibender, Vermieter, Arbeitgeber, Steuerzahler und als Bürger. Nun, der Rat der Stadt Weimar hat meine Anfragen … ausgesessen und ignoriert … Im Namen der Macht und des Stärkeren …

Ich habe im „Allgemeinen Anzeiger“ vom 26. Januar 2011 den Beitrag über das Schießhaus gelesen.

Ich hoffe, dass es jemanden gibt, der diesen selbstgefälligen Verein von Stadtoberhäuptern die Stirn bieten kann und Weimar als Großherzogliche Residensstadt erhält.
Ich habe keinesfalls mit meinen Ideen vor, Weimar in ein verstaubtes Provinsnest zu verwandeln. Aber man muss doch mit den Pfunden wuchern, die man hat.
Ich sehe 6 Schwerpunkte:

1. Ur- und Frühgeschichte
2. und wichtigster: Stadt der Klassik
3. Bauhaus
4. Stadt der Politik
- Weimarer Republik
- Buchenwald
- Thüringische Landeshauptstadt
- Gauforum
5. Kulturstadt 1999
6. Universitätsstadt

Man sollte doch fragen, was ist Weimar?
Es hat wohl keinen Sinn, einen Containerhafen an die Ilm zu bauen, es macht auch keinen Sinn, die Love-Parade nach Weimar zu holen.
Weimar hat einen besonderen Geist, einen guten Geist und diesen sollte man wieder aus der Lampe holen …
Wenn wir schon „Belvedere“ nicht mehr als Lustschloss nutzen und auch die „Fasanerie“ vor die Hunde gegangen ist, bedauere ich, dass nun auch das Schießhausgelände komerzialisiert werden soll …
Ich hatte versucht, Weimar etwas mitzugestalten, aber der Filz in den oberen Etagen ließ kein Durchkommen zu …
Ich wünsche Ihnen viel Kraft, viel Mut, viel Ausdauer und was in dieser jetzigen Gesellschaft wohl am wichtigsten ist, viele Beziehungen und viel „West“geld …

Retten Sie das historische Kulturdenkmal Schießhausgelände!
Retten Sie ein Stück Weimarer Identität!

Mit freundlichen Gruß

Herbert Schachtschabel

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Zuletzt geändert: 2011/02/02 20:47