Schießhausgelände („Schießhauspark“)


Vorschlag für eine denkmalverträgliche Wohnbebauung unter Freihaltung des Kernbereichs (Wirkungsraum) und mit größtmöglicher Anzahl freistehender Einfamilienhäuser


I. Grundsätze für die gartendenkmalpflegerische Entwicklung des Schießhausgeländes (stichwortartig)


Wiederherstellung / Ergänzung der sog. Hauptstruktur der historischen Gesamtanlage und Nutzbarmachung als allgemeiner öffentlicher Freiraum / Parkraum

Stadtseitigen Freiraum (Wirkungsraum) zwischen Allee und freiem Gehölzstreifen auf ganzer Breite und Länge frei halten, um das Schießhausgebäude wieder nach historischer Situation in Wirkung zu setzen; die Breite des Wirkungsraumes ist auch durch den Vorhof des Gebäudes und die beiden Kopfbauten vorgegeben; die räumliche Begrenzung auf der südlichen Längsseite erfolgt durch den vorhandenen, freien Gehölzstreifen, der als Raumbegrenzung und auch im Sinne einer „Maskierung“ einer zukünftig dahinter liegenden Wohnbebauung wirken kann

Allee (geschlossene Allee mit begehbarer Alleefläche) vierreihig wieder herstellen unter Erhaltung der historischen Alleegeometrie, Erhaltung noch vorhandener Altbäume (Dokumentationsbäume) und ergänzende Neupflanzung; bei natürlichem Abgang von Altbäumen entsprechend nachpflanzen; Baumart (die in der Entwicklungsgeschichte der Allee gewechselt hat) für Neu- und Nachpflanzung ist zu prüfen, auch, weil die Rosskastanie heutzutage unter kaum vermeidbarem Schädlingsbefall (Kastanienminiermotte) leidet und damit auch ästhetisch beeinträchtigt ist

Hölzchen durch ergänzende Neupflanzung wieder bis an die vierreihige Allee heranführen; Allee war historisch tangentialer Teil des Hölzchens, vermutlich auch im Zusammenhang mit der Nutzung; Hölzchen durch Wege nach der historischen Situation erschließen, mit Verbindung bis zum Ilmufer

Vorhof des Schießhausgebäudes öffnen und von „unhistorischen“ Großgehölzen befreien

Freifläche östlich des Schießhausgebäudes (Richtung Tiefurt) behutsam öffnen, bis auf eine Gehölz-Maskierung des Bahndamms, und Wegeverbindung zum Webicht verbessern

Historisches Gärtnereigebäude an der Straße Am Schießhaus in die Wirkungskonzeption einbeziehen, indem ein optischer Querbezug zum Wirkungsraum hergestellt wird durch eine schmale, nicht bebaute Öffnung, in Verbindung mit fußläufiger Verknüpfung

II. Bebauungsvorschlag


Bebauung mit freistehenden Einfamilienhäusern auf der Fläche zwischen Straße Am Schießhaus und der den Wirkungsraum südöstlich begrenzenden Gehölzkulisse, mit Erschließung von der vorhandenen Straße aus. Vorgeschlagen wird eine kammartige Staffelung von zwei Gebäudereihen.

Die Staffelung auf Lücke bietet trotz relativ kleiner Grundstücksflächen für jedes Einfamilienhaus einen relativ freien Blick in den Park und damit eine optische Raumerweiterung.

Die Grundstückserschließung erfolgt in der vorderen Reihe direkt von der Straße, in der hinteren Reihe durch Stichwege jeweils zwischen den Vordergrundstücken. Garagen / Stellplätze für die hinteren Grundstücke können ggf. zusammen mit den Garagen / Stellplätzen für die vorderen Grundstücke an der Straße geplant werden. Diese Konzeption verursacht nur einen minimalen Erschließungsaufwand.

Gegenüber dem Niveau der Straße Am Schießhaus fällt das Gelände leicht ab in Richtung Allee. Die unmittelbar an der Straße gelegene Gebäudereihe liegt auf Straßenniveau, die dahinter gelegene Reihe wird gleichfalls auf Straßenniveau erschlossen, könnte jedoch in der inneren Organisation mit Split Level oder mit zum Park offenen Untergeschoss geplant werden.

Für die Gebäudekubatur werden zwei Geschosse mit Flachdach vorgeschlagen. Die Gebäudehöhe sollte die Traufhöhe des Schießhausgebäudes nicht überragen, um dessen architektonische und städtebauliche Wirkung zu erhalten. Die Fassaden sollten in zurückhaltender Farbgebung ausgeführt werden.

Die Erschließung des Schießhausgebäudes kann durch kurze Verbindung vom hinteren Ende der Straße Am Schießhaus aus erfolgen.

Anlage: Prinzipskizze für eine Bebauung aus gartendenkmalpflegerisch-städtebaulicher Sicht

Prof. F. Blecken, 11.03.2013

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Zuletzt geändert: 2017/07/03 07:27